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Schützen & Erhalten · Juni 2019 · Seite 94 I DIE EX-PRESS I Berufsinformation des DSV e.V. | Wissenswertes starke Kiefer, wie wir sie sonst nur von Käfern kennen. Bei der praktischen Betrachtung müs- sen wir also damit rechnen, dass sich Schaben, zumindest theoretisch, auch durch zähe und härtere Verpackungen durchbeißen können. Karton, Kunststoffbeutel und evtl. sogar Verbundfolien sind von daher keine Hürde. Ob sie das dann tatsächlich auch machen, steht auf einem anderen Blatt. Für einen Alles- fresser wie unsere Schaben, stellt sich recht schnell eine Kosten-Nutzen Analyse zum benötigten Aufwand und dem Energiegewinn des hart ernagten Nahrungsmittels. Auch die Abnutzung der Man- dibel steht einer dauerhaften Benagung harter Substanzen entgegen. Im Versuch haben zwei Amerikanische Schaben so hart zugebissen, dass Teile der Mandibeln abgebrochen sind. Das verringert natürlich sofort die individuelle Fitness. Solche wissenschaftlichen Erkenntnisse mögen für Kol- legen durch Beobachtungen aus der praktischen Arbeit nicht neu sein („…ich habs schon immer gesagt…“). Wenn doch, und sei es nur, die nachwachsenden Talente lesen diesen Artikel, dann haben sie nun eine weitere Erfahrung für die Ursachenfindung in der täglichen Arbeit im Handgepäck. Klassisch werden von Schaben weiche, energierei- che Substanzen bevorzugt. Wie man hier sehr gut beim Fütterungsversuch von Richard Brenner, einem Entomologen des US Agricultural Research Service sehen kann (Bild 02). 1 Der Versuchsaufbau. Die Schaben wurden auf dem Rücken in diese kleine Ap­ paratur gespant. Links sieht man den Drucksensor, der den Schaben zwischen die Kiefer geschoben wird. Bildrechte Tom Weihmann 2 Fütterungsversuche mit un­ terschiedlichen Substanzen. Bildrechte: US-Amerikanisches Landwirtschaftsministerium (USDA), Keith Weller 1 2

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