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Fachbereiche

Bautenschutz

Es schreibt für Sie:

Rainer Spirgatis

Fachbereichsleiter

Bautenschutz

Plinderheide 2b, 48291 Telgte

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E-Mail:

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Risse – Rissklassen

Risse sind in Bauteilen, die den Abdich­

tungsuntergrund bilden, i. d. R. nicht völlig

vermeidbar und müssen bei der Auswahl der

Abdichtungsbauart berücksichtigt werden.“

(4)

Die Abdichtung muss die zu erwartenden Riss-

breitenänderungen oder Rissneubildungen des

Untergrundes schadfrei überbrücken können.

Für die Auswahl der Abdichtung bzw. des Ab-

dichtungsuntergrundes sind Rissklassen (Rx-E)

zu berücksichtigen. Der Normenentwurf zeigt

für typische Abdichtungsuntergründe folgende

Rissklassen auf. (5)

Rissüberbrückungsklassen

Rissüberbrückende Eigenschaften sind abhän-

gig von den Abdichtungsbauarten, wie

– den Eigenschaften des Abdichtungsstoffs

– eventuell vorhandener Verstärkungen,

– der Schichtdicke,

– der Lagenzahl und

– der Art des Haftverbundes zum Abdich-

tungsuntergrund.

Im Normentwurf DIN 18533 werden die gere-

gelten Abdichtungsbauarten entsprechend den

zuvor aufgeführten Rissklassen in DIN 18533 -

Teil 2 und 3 Rissüberbrückungsklassen (RÜx-E)

zugeordnet:

– „RÜ1-E – geringe Rissüberbrückung,

≤0,2mm

– RÜ2-E – mäßige Rissüberbrückung,

≤0,5mm

– RÜ3-E – hohe Rissüberbrückung, ≤1,0mm

mit einem Rissversatz ≤0,5mm

– RÜ4-E – sehr hohe Rissüberbrückung,

≤5,0mm mit einem Rissversatz ≤2,0mm

Die für eine höhere Rissüberbrückungsklasse

eingestuften Abdichtungsbauarten sind auch

für geringere Klassen geeignet.“ (6)

Raumnutzungsklassen

Die Raumnutzungsklassen (RNx-E) definie-

ren unterschiedlich

– hohe Anforderungen an die Trockenheit

der Raumluft von Kellern und

– die Zuverlässigkeit der Abdichtung.

Es werden folgende RN-Klassen unterschie-

den: (7)

Tabelle 3: Raumnutzungsklassen (RNx-E).

Wahl der Abdichtungsbauart

Folgende Kriterien sind entscheidend für die

Wahl der Abdichtungsbauart:

1. der Wassereinwirkungsklasse (Wx-E)

2. der Rissklasse (Rx-E)

3. der Raumnutzungsklasse (RNx-E) und

4. den Zuverlässigkeitsanforderungen.

Hierfür hat die Bauwerksabdichtung folgende

Anforderungen zu erfüllen:

– Dichtheit

– Beständigkeit

– Dauerhaftigkeit

– Zuverlässigkeit über die geplante Nut-

zungsdauer

– Anordnung auf der Wasser zugewandten

Seite

– Verhalten bei Bewegungen der Bauteile

– Rissüberbrückungsverhalten,

„die zu for­

dernde Rissüberbrückungsklasse ist auf­

grund von Zuverlässigkeitserwägungen auch

von der Wassereinwirkungsklasse und der

Raumnutzungsklasse abhängig.“

(2)

Tabelle 2: Rissklassen (Rx-E).

Bild 1: W 1.1 Bodenfeuchte an Bodenplatten.

Bild 2: W 1.2 E.

Bild 3: W 2.1 E.

Raumnut-

zungsk-

lasse

(RNx-E)

Anforde-

rung an

die

Trocken-

heit der

Raumluft

Beispiele

RN1-E

gering

Werk- oder Lagerhalle,

Tiefgarage

RN2-E

durch-

schnittlich

Keller- und Lager­

nutzungen in üblichen

Wohn- und Büroge-

bäuden

RN3-E

hoch

Magazin zur Lagerung

unersetzlicher

Kulturgüter; Raum für

den Zentralrechner

Rissklasse

(Rx-E)

Neurissbildung/Rissbrei­

tenänderung nach Auf­

bringen der Abdichtung

Bauteile ohne statischen Nachweis der

Rissbreitenbeschränkung

R1-E

≤0,2mm

Stahlbeton ohne nennenswerte Zwang- und Biege­

einwirkung; Mauerwerk im Sockelbereich

R2-E

≤0,5mm

geschlossene Fugen von flächigen Bauteilen (z. B. bei

Fertigteilen); unbewehrter Beton; Stahlbeton mit

nennenswerter Zwang-, Zug- oder Biegeeinwirkung; erd-

druckbelastetes Mauerwerk; Fugen an Materialübergängen

R3-E

≤1,0mm – Rissversatz

≤0,5mm

Fugen von Abdichtungsrücklagen; Aufstandsfugen von

erddruckbelasteten Wänden

R4 E

≤ 5,0 mm – Rissversatz

≤2,0mm

Schützen & Erhalten · März 2016 · Seite 12