Schützen & Erhalten - page 30

Schützen & Erhalten · März 2009 · Seite 30
Kreuzgewölben der Kirche erst einmal Baufrei-
heit schaffen mussten. Im Glockenturm war
die Zwischenbalkendecke durch einen langzei-
tigen Wassereintritt am Fenster sehr in Mitlei-
denschaft gezogen worden. Die Balkenauflager
waren zerstört und nach Anleitung nahmen wir
zunächst den Holzfußboden und die beiden Bal-
ken heraus.
Zum Abschluss der ersten Woche ging es am
Freitag, dem 26.9., nach Brüssel zu einer alter-
nativen Stadtführung, die nicht nur Touristik-
routen abschritt, sondern auch kleine interes-
sante Örtlichkeiten ansteuerte. So konnte man
von dem Marktplatz bis zum Grand-Place vieles
entdecken. Der folgende Tag bot eine Führung
in das alte stillgelegte Bergwerk von Recht,
von wo aus die ganze Region mit Schiefer und
Natursteinmauerwerk versorgt wurde, was die
Umgebung entscheidend prägte. Hier konnte
man Holzschutz unter erschwerten Bedingun-
gen besichtigen.
Am Montag der zweiten Arbeitswoche ging
es weiter an der Baustelle „alte Dorfkirche“ und
wir hatten unsere Probleme mit dem sehr klei-
nen Aufgang, um die schweren Eichenbalken
nach oben zu transportieren. Die Gemeinde hatte
die Wärmedämmung angeliefert bekommen und
es wurde erstmal das Kreuzgewölbe der Kirche
2-lagig gedämmt. Danach erfolgte sofort der
Einbau der Eichenbalken und der von uns ge-
hobelten Eichenfußbodendielen. Wir waren sehr
angenehm überrascht, wie groß die Holzlager-
stätten vor Ort sind und vor allem darüber, dass
wir 4 Jahre lang gelagerte Eichenbalken beka-
men. Die aus Eichenholz bestehende Zwischen-
balkendecke war dann auch nach Fertigstellung
ein echter Blickfang.
Zwischendurch hatten wir die Möglichkeit
die Baustelle und Werkstatt der anderen Aus-
zubildenden zu besuchen und mit anzupacken.
Dabei konnten wir aufgrund unserer Kenntnisse
aus dem Lehmbaukurs den Zimmerleuten tat-
kräftig bei der Errichtung einer Holzskelettkon-
struktion unter die Arme greifen. Durch die be-
rufsübergreifende Zusammenarbeit erhielten wir
einen Einblick in andere Gewerke, wie das der
Baustelle in der vorgegebenen Zeit geschafft
und wir konnten auf den zweiten bewältigten
Auftrag zurückblicken.
Summa summarum konnte auch in einem
abschließenden Gespräch festgestellt werden,
dass die Auszubildenden abwechslungsreiche 3
Wochen mit vielen Erfahrungen gesammelt und
nette Kollegen kennengelernt hatten. Da unser
Beruf als Holz- und Bautenschützer noch eher
unbekannt ist wurde er von vielen als eine Art
Modernisierungsberuf verstanden, so dass wir
immer einen Klärungsbedarf über unsere Tätig-
keitsfelder hatten.
Der HaDeBau Kurs lohnt sich
Als Fazit möchten wir feststellen, dass es
drei arbeitsreiche Wochen waren, in denen wir
viel gelernt, aber auch viel gelacht haben. Wir
danken Frau Heiber und Herrn Kaleß von der Kno-
belsdorff Schule als Kursleiter für die lehrreiche
Zeit. Eine Zusatzqualifikation, die sich lohnt – der
nächste Kurs beginnt im Mai 2009.
Es grüßen aus Berlin Veit Howe,
Philipp Witte und Matthias Herrmann
Zimmerer, Stuckateure, Fliesenleger und Tisch-
ler. Damit ist der Blickwinkel auf der nächsten
Baustelle sicherlich ein anderer.
Am Donnerstag, dem 2.10., waren wir dann
auf den historischen Pfaden von St. Vith un-
terwegs, wo wir leider ernüchternd feststellen
mussten, dass, bis auf einen rekonstruierten
Turm, alle alten Gebäude während des 2. Welt-
krieg zerstört wurden. Wieder bei der Arbeit war-
tete nun die Sanierung einer alten Betontrep-
pe auf uns. Leider war unser Hauptproblem das
sehr regnerische Wetter. So versuchten wir mit
Abdeckungen uns und den Beton einigermaßen
trocken zu halten.
Bei der Treppe waren beim Einbau die Ab-
stände der Stahlmatten mit teilweise ca. 1cm
zur Außenkante zu kurz bemessen worden, ent-
sprechend war das typische Bild von abplatzen-
dem Beton zu sehen. Nach einer umfangreichen
Schadensanalyse erfolgte von uns eine Materi-
albestellung – wie in der Schule gelernt. Zur
Sanierung mussten die Fugen freigestemmt und
alles neu verfugt sowie die Betonsanierung im
gelernten Umfang unter Baustellenbedingungen
umgesetzt werden. Zum Schluss war auch diese
Ausbildung
Abplatzender Beton an einer alten Treppe – ein typisches Schadensbild für
Bautenschützer.
Weder Stand der Technik noch standfest – Holzverbindungen der ganz
besonderen Art.
„Gastarbeiter“ in Belgien – Matthias Herrmann von der Firma Lömpel.
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