Schützen & Erhalten - page 44

Landesverband Sachsen-Anhalt
2. Dessauer Holz- und Bautenschutztagung
Am 13. September 2002
fand die 2. Dessauer Holz-
und Bautenschutztagung
statt.
Die Tagung wurde durch den
Vorsitzenden des Landesverban-
des Sachsen-Anhalt des DHBV,
Herrn Wolfgang Appel, eröffnet.
Den thematischen Schwer-
punkt der Herbststagung bildete
der Bereich Holzschutz und spe-
ziell die holzzerstörenden In-
sekten. Zu dieser Problematik
traten als Referenten Herr Dr.
Uwe Noldt (Institut für Holz-
biologie und Holzschutz der
Bundesforschungsanstalt für
Forst- und Holzwirtschaft, Ham-
burg) und Herr Ekkehard Flohr
(Fachbereichsleiter Holzschutz
des DHBV) auf
Einführend stellte Herr Dr.
Noldt Vorkommen und Lebens-
weise der wichtigsten holzzer-
störenden Insekten sowohl ein-
heimischer Art als auch Import-
holzkäfer vor.
Im Anschluß daran gab Herr
Flohr einen Überblick zu Ver-
fahren der Bekämpfung von
holzzerstörenden Insekten,
wozu u.a. das Spritzen, die In-
jektion ‚ die Heißluft- und Mi-
krowellenbehandlung gehören.
Anhand von Beispielen wurden
Vor- und Nachteile der einzel-
nen Verfahren dargestellt.
Sehr große Beachtung fand
der Vortrag von Herrn Dr. Noldt
zum Monitoring in Museums-
gebäuden. In zwei verschiede-
nen Museumsdörfern Deutsch-
lands wurden über Jahre das
Auftreten bzw. die Dichte des
Auftretens von Populationen
speziell bei Schadorganismen
überwacht. So können z.B. durch
eine relativ einfache Methode,
dem Abkleben, die Verursacher,
der Zeitpunkt und der Ort des
Befalls konkret ermittelt wer-
den.
Der Videovortag “Holzzerstö-
rende Insekten - Neues zu Le-
bensweise und Bekämpfung”
von Herrn Dr. Noldt beeindruckte
alle Tagungsteilnehmer durch
die Einmaligkeit und Präzision
der Aufnahmen über das Leben
der Insekten in und außerhalb
von Holz. Die Entwicklungssta-
dien von der Eiablage über die
Larven- und Puppenbildung bis
zum flugfähigen Vollinsekt ha-
ben Herr Dr. Noldt und sein Team
in jahrelanger, mühevoller Ar-
beit zu einem faszinierenden
Video zusammengefügt.
Im Rahmen des ersten Teils
der Tagung stellten Firmen ihre
Produkte aus dem Holz- und
Bautenschutzbereich vor.
Ergänzend zu den Vorträgen
wurde an zwei Objekten der
praktische Holzschutz vorge-
führt.
Zum Thema Sanierung eines
Dachstuhls bei Befall durch den
Hausbock demonstrierte Ekke-
hard Flohr anschaulich die Aus-
führung von Kontrollschlägen an
einem Holzbalken und erklärte
vor Ort noch einmal die wich-
tigsten Arbeitsschritte von der
Erkennung des Befalls bis zur
Durchführung der Holzschutz-
und Sanierungsmaßnahmen.
Abschließend erfolgte durch
Herrn Klaus Lademann eine Füh-
rung durch die Marienkirche in
Dessau. Das Bauwerk war nach
seiner Zerstörung im 2. Welt-
krieg und einem jahrelangen
Ruinendasein aufwendig saniert
worden. Herr Lademann, der
selbst aktiv die Arbeiten beglei-
tet hat, erläuterte die einzel-
nen Etappen der Sanierungs-
maßnahmen. Die Marienkirche
wird heute für Konzerte und kul-
turelle Veranstaltungen genutzt.
Vom Turm bietet sich den Be-
suchern ein herrlicher Blick über
die Stadt Dessau und deren
Umgebung, wovon sich auch die
Teilnehmer der gelungenen
Herbsttagung überzeugen konn-
ten.
Wolfgang Appel
München dargestellt. Herr Höl-
zen, Löningen, referierte über
die Sanierung, Abdichtung und
Dämmung von Kellermauerwerk.
Daneben gab es Fachvorträge
über die richtige Wahl von Put-
zen bei stark durchfeuchtetem
und salzbelastetem Mauerwerk.
Breiten Raum nahm auch dies-
mal wieder der Kampf gegen
Scharlatane und Geschäftema-
cher ein, die mit Zauberkäst-
chen gegen aufsteigende Feuch-
te vorgehen wollen. Dazu
referierte Herr Weber aus Leip-
zig.
In der sich anschließenden
Holzschutzsektion gab es zum
Thema holzzerstörende Insekten
einen Filmvortrag von Dr. Nolt
(Hamburg), in dem sensationelle
Nahaufnahmen zum Wirken die-
ser unerwünschten Holzzerstörer
gezeigt wurden, sowie durch Dr.
Rafalski (Potsdam) wichtige
Hinweise zum Vorgehen bei ei-
ner Bauwerksuntersuchung bei
Pilz- und Schädlingsbefall.
Parallel zur Konferenz fand
im Vorraum des Theaters eine
begleitende Ausstellung statt,
in der neben neuesten Produk-
ten der Hersteller auch Litera-
tur und Informationen zu Pla-
nern, Ausführenden und zum
Ausrichterverband gegeben
wurden. Die Ausstellung wur-
de am Samstagmorgen noch
geöffnet, um als Anlaufpunkt
für Flutopfer und ratsuchende
Bürger zu dienen.
Mit ca. 150 Teilnehmern im
noch schwer beschädigten Thea-
ter in Meißen war die diesjäh-
rige Konferenz Höhepunkt der
Arbeit des DHBV-Landesverban-
AUS DEN LANDESVERBÄNDEN
Landesverband Sachsen
des Sachsen. Der Veranstalter
dankt vor allem dem Theater
Meißen, dass trotz seiner
schwierigen Situation als Ta-
Expertenrunde am Vorabend der Tagung (Bild: Dr. F. Göbel)
gungsort zur Verfügung stand
und einen reibungslosen Ablauf
ermöglichte.
Dr. Frank Göbel
Ortstermin: Herr Lademann
berichtete über die Sanierungs-
maßnahmen in der Marienkirche
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