Schützen & Erhalten - page 18

Fachbereiche
Bautenschutz
rührten Bereich, Schutz gegen Radon aus dem
Baugrund bietet. Bei Gebäuden im Bestand sind
Risse im Mauerwerk oder Gründungsbereich,
undichte Fugen zwischen Bauwerksteilen, un-
genügend abgedichtete Rohr- und Kabeldurch-
führungen und andere Schwachstellen zu be-
seitigen. Gegebenenfalls wird Fehlstellen durch
den Einbau besonders dichter Türen ein Riegel
vorgeschoben und damit das Eindringen des ge-
sundheitsgefährdenden Radons ins Haus mini-
miert. Die Radonaufnahme wird zusätzlich be-
günstigt durch den Druckunterschied zwischen
dem Untergrund und Gebäudeinnenräumen. „Ist
das Haus gegenüber dem Baugrund auch nur ge-
ringfügig undicht, wirkt es wie ein Kamin. Be-
reits bei einem geringen Unterdruck im Gebäu-
de kann die radonhaltige Bodenluft aus einem
Umkreis bis zu 20 m „angesaugt“ werden. Über
Treppen, Aufzüge oder Kaminschächte erreicht
Radongas auch die höher gelegenen Geschosse,
wobei es zunehmend verdünnt wird.“
5)
Liegt die
gemessene Radon-Konzentration in Wohnräumen
über 100Bq/m³, sollten Sanierungsmaßnahmen
durchgeführt werden, deren Umfang sich nach
der Höhe der Überschreitung richtet. Als Sofort-
maßnahme ist mehrmals täglich in Wohn- und
Kellerräumen Stoß zu lüften. Weitergehende
bauliche Maßnahmen sollten nur von Fachfir-
men durchgeführt werden, wie die Abdichtung
von Decken, Fußböden, Wänden mittels radon-
dichter Folien oder anderer Materialien sowie
den Einbau von Lüftungsanlagen zur Erhöhung
der Luftaustauschrate. „Bei Radonkonzentrati-
onen über 1.000 Bq/m³ sollten unbedingt Maß-
nahmen innerhalb von 3 Jahren abgeschlossen
werden“, empfiehlt das Infoblatt „Maßnahmen
zum Schutz vor erhöhten Radonkonzentrationen
in Gebäuden“.
Weiterführende Information, wie zum Bei-
spiel das hier zitierte Infoblatt, können beim
Bundesamt für Strahlenschutz, Presse- und Öf-
fentlichkeitsarbeit per E-Mail:
bestellt werden.
Bildnachweise:
1) Reaktor 4,
-
co-die-vermeidbare-katastrophe-fotostrecke-88436.
html
2) Radonaufnahmen über die Atemorgane; Broschüre:
Strahlenthemen; Bundesamt für Strahlenschutz;
Postfach 100149,; D-38201 Salzgitter; Tel. +49(0)
3018-333-0; Fax + 49(0)3018-333-1885; Internet:
; E-Mail:
3) Radonkarte, durchschnittliche Radonkonzentration
in Wohnungen in Deutschland;
/
de/ion/radon/radon_boden/radonkarte.html
4) Radonexpositionen, Titelbild; siehe 2
Quellen:
1) Reaktorkatastrophe in Japan – Fukushima – Fische
strahlen noch immer online Artikel vom 25.10.2012;
/
strahlung-fische-aus-fukushima-noch-immer-mit-
caesium-belastet-a-863330.html
2) Broschüre Strahlenthemen des Bundesamt für Strah-
lenschutz; Postfach 100149,; D-38201 Salzgitter; Te-
lefon: + 49(0)3018-333-0; Telefax: +49(0)3018
-333-1885; Internet:
; E-Mail:
ePost@
bfs.de
3) Gesundheitliche Auswirkungen von Radon in Woh-
nungen; Bundesamt für Strahlenschutz;
.
bfs.de/de/ion/ion/wirkungen/radon_ges.html
4)
becquerel.php
5) siehe 2
Als Fachbereichsleiter Bautenschutz
machte ich auf der diesjährigen Mit-
gliederversammlung darauf aufmerksam,
dass die zahlreichen und zusätzlichen
Aufgaben nicht mehr länger allein von
mir bewältigt werden können. Ich möchte
in dieser Artikelserie die Gelegenheit
nutzen, meinen Stellvertreter im Fachbe-
reich Bautenschutz vorzustellen. Christian
„Chrischan“
Ventker begleitet mich als
Freund mittlerweile bereits seit über
zwei Jahrzehnten.
Ich weiß nicht, was mich damals mehr erschreckt
hat; der dumpfe Einschlag auf meinen Man
(Kopfschutz), das bis ins Mark erschütternde
Kiai (Kampfschrei) oder die Geschwindigkeit
mit der dieser lange, dürre Kendoka hinter sei-
nem Bambusschwert (Shinai) an mir vorbeiflog.
Der Treffer wurde ihm unmittelbar zuerkannt.
So in etwa verlief unser erster Kontakt auf der
Kampffläche. Für mich ist Kendo nicht nur die
japanische Kunst mit einem Bambusschwert zu
kämpfen, sondern auch das Streben nach Gele-
genheiten. Sehen, erkennen und handeln wer-
den eins! Der Deutsche Kendobund beschreibt
diese japanische Samuraidisziplin als den Weg
des Schwerts.
„Ken ist das japanische Wort für
Schwert. Der Begriff Dô (jap. Form des chines.
„Tao”) läßt sich als „Lebensweg” interpretieren
und weist darauf hin, dass es im geduldigen,
unermüdlichen Üben außer auf körperliche und
technische Entwicklung auch auf die Vervollkomm-
nung charakterlicher Eigenschaften ankommt.
Zielsetzung ist im Kendô, neben Aufmerksam-
keit, Ausdauer, Belastbarkeit und Geschick, auch
Entschlusskraft, Konzentration und Reaktions-
vermögen, sowie Selbstdisziplin, Verantwortung,
Teamgeist und vor allem Fairness zu fördern.“
1)
Unregelmäßig regelmäßig besuchen wir,
„Chrischan“
und ich, das Dojo − die Trainings-
halle.
„Kendo ist wohl meine Religion, auch wenn
es die letzten Jahre gelitten hat“,
sagte mir mein
Freund neulich. Kein Wunder, dass wenig Zeit
für das Training zur Verfügung stand, schließlich
war er ältester Student des Bachelor-Studiums
„Bauen im Bestand“. Die Fachhochschule Mün-
ster und die Handwerkskammer Münster haben
am 27. Oktober 2012 bei einer Feier im Mühlen-
hof Christian Ventker als einen von elf Absol-
venten aus dem ersten Jahrgang verabschiedet.
„Chrischan“ war der älteste Absolvent mit 49
Jahren. Drei Jahre lang drückte er die Schulbank
im Studiengang der Akademie Bauhandwerk des
Handwerkskammer Bildungszentrum (HBZ). Es
war hart, doch als dritter Dan nutzte er Diszi-
plin, Ausdauer und die vielen weiteren durch
Jahrzehnte langes Kendotraining geschärften
Eigenschaften. Startete er noch mit dem Slo-
gan
„Vier gewinnt“
in das praxisnahe Studium,
beschloss er – von seiner Strebsamkeit getrie-
ben – dieses mit guten Noten. Der Titel seiner
Bachelorarbeit:
„Möglichkeiten und Grenzen der
Anwendung von Mineralischen Dichtungsschläm-
men (MDS).“
Herzlichen Glückwunsch nochmals
auf diesem Wege.
Ich glaube, die Frage sei erlaubt: Was treibt
einen, nach dem Ausscheiden aus dem Post-
dienst, als selbständigen Bautenschützer und
Händler für Bausanierungsgeräte, Injektions-
und Spritzmaschinen tätig in das Studium „Bau-
en im Bestand“? Die Antwort: „Der Schein, denn
schließlich leben wir in einem Land, in dem je-
dem jederzeit ein Nachweis geschuldet ist. Ich
wollte auf Augenhöhe mit meinen Auftragge-
bern, Planern und Bauunternehmern kommuni-
zieren.“ Beruflich möchte der frischgebackene
Bachelor-Absolvent seinen Aktionsradius um die
Bauzustandsanalyse und die Sanierungsplanung
erweitern, das Sachverständigenwesen ist auch
nicht ausgeschlossen. Den „Master of Desaster“
zieht er in Betracht, doch möchte er zunächst
etwas Luft holen − mindestens ein Jahr Pause“.
Im Fachbereich Bautenschutz ist Christian
Ventker seit Jahren Anwendungstechnischer
Leiter für unsere Praxisschulungen und als An-
sprechpartner, Techniker und Referent tätig. In
der Projektgruppe „Holz- und Bautenschutzvorar-
beiter“ bringt er Schulungsinhalte ein und wird
aktiv bei der Durchführung des Lehrganges be-
teiligt sein. Ebenfalls unterstützt er uns als Re-
ferent bei der Meisterausbildung in Düsseldorf.
Qualität in der Ausführung hat seiner Meinung
nach Vornamen: Ausbildung, Arbeitsbedingun-
gen, Betriebsklima und angemessene Bezahlung
der Mitarbeiter.
Mit Blick in unsere weitere Zukunft: „Ari-
gato gozaimashita“ oder „Vielen Dank für das
Geleistete“.
Quellen:
Im Buchholzfelde3, D-30966 Hemmingen
:
/
Bautenschutzprofi(l)
Beamter – Bachelor –
Bautenschützer
Gestatten: Christian Ventker, stellvertretender
Fachbereichsleiter Bautenschutz
Sicherheit geht vor, immer mit Helm!
In Aktion: Christian Ventker im Kendo-Outfit mit
Man und Shinai.
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